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Diarrhoe

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Definition

s. [1] Eine Diarrhoe liegt vor bei

Zunahme der Stuhlfrequenz auf mehr als 3/ Tag,
und/ oder Stuhlgewicht auf 24 Stunden über 200 g (normal: 60 - 195 g).

Der Wassergehalt beträgt dabei über 80%, daher ist die Konsistenz breiig bis dünnflüssig. Häufig sind Patientin dadurch auch in unterschiedlichem Maße inkoninent und haben einen belästigenden Stuhldrang.

Schweregrad

CTC Schweregrade[2]
Grad Definition
Steigerung der Frequenz um weniger als 4 Stühle pro Tag mehr, als vor Therapie. Stoma: geringer Anstieg der Stuhlmenge über Kolostoma
II° Steigerung der Frequenz um 4 bis 6 Stühle pro Tag mehr, als vor Therapie; Parenterale Flüssigkeitszufuhr bis 24 Stunden. Keine Beeinträchtigung der Aktivität des täglichen Lebens; Stoma: mäßiger Anstieg der Stuhlmenge über Kolostoma
III° Steigerung der Frequenz um mehr als 6 Stühle pro Tag mehr, als vor Therapie; Inkontinenz; Parenterale Flüssigkeitszufuhr über 24 Stunden. Beeinträchtigung der Aktivität des täglichen Lebens; Stoma: starker Anstieg der Stuhlmenge über Kolostoma.
IV° lebensbedrohliche Konsequenzen

Therapie

Probiotika ab Therapiebeginn hatten in einer Studie Diarrhoen ab CTC III° erheblich reduzieren können[3]. Als Standard haben sich Probiotika noch nicht durchgesetzt.

Eine symptomatische Therapie erfolgt standardmässig mit Opiatderivaten:

  • Loperamid 2 nach jedem dünnflüssigen Stuhl, bis 6/ Tag. Ansprechen in etwa 90%.
  • Bei Therapieversagern: Tinctura opii (1%) 4 x 5°/ Tag, bei unzureichendem Effekt steigern auf bis zu 4 x 25°.

Die Symptome einer akuten Enteritis sprechen auch auf das Rheumatikum Sulfasalazin (2 g/ Tag) an [2].


Literatur

  1. Lankisch, Paul Georg; Mahlke, Reiner; Lübbers, Heiko; Lembcke, Bernhard; Rösch, Wolfgang. Zertifizierte medizinische Fortbildung: Leitsymptom Diarrhö. Dtsch Arztebl 2006; 103(5): A-261. Artikel als pdf, Zugriff 24.2.2010.
  2. 2,0 2,1 Link H, Bokemeyer C, Feyer P. Supportivtherapie bei malignen Erkrankungen: Prävention und Behandlung von Erkrankungssymptomen und therapiebedingten Nebenwirkungen. 1. Aufl. Deutscher Arzte-Verlag; 2006. ISBN 3769104668
  3. Delia P, Sansotta G, Donato V, u. a. Use of probiotics for prevention of radiation-induced diarrhea. World J Gastroenterol. 2007;13(6):912-5.