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Katarakt

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vgl.: [1] [2] [3] [4]

Die Augenlinse ist die strahlenempfindlichste Struktur des Auges.

Pathogenese

Die eigentliche Linse besteht überwiegend aus Faserzellen und wird ventral durch das Linsenepithel bedeckt. Die gesamte Linse befindet sich in einer Kapsel. Die Linsenepithelien der Zentralzone teilen sich nicht. Ihre Vermehrung findet per Mitose in der Keimzone, lateral von der Zenralzone, statt. Von dort migrieren sich nach lateral zur Äquatorialregion. Eine Strahlenexposition führt zu degenerativen Veränderungen der Linsenepithelien an der Äquatorialgegend und zu atypischen Fasern. Sie wandern als pseudoepitheliale Zellen zum hinteren Linsenpol, degnerieren zunehmend und führen zur Linsentrübung. Die radiogene Linsentrübung nimmt also ihren Ausgang am hinteren Pol. Die altersbedingte Linsentrübung beginnt dagegen am vorderen Pol.

Dosis, Dosisdichte und Latenzzeit

  • Die minimale Dosis, die einen Katarakt verursacht, beträgt bei einer Einmalbestrahlung 2 Gy. Erfolgt die Strahlenexposition über 3 Wochen bis 3 Monate, sind minimal 4 Gy erforderlich, bei über 3 Monate sind es 5,5 Gy.
  • Latenzzeiten betragen 6 Monate bis 35 Jahre.
  • Eine höhere Dosis resultert in einer kürzeren Latenzzeit. Betrug die Dosis 2,5 Gy bis 6,5 Gy, beobachtet man eine mittlere Latenzzeit von 8 Jahren und 7 Monaten. Bei Dosen über 6,5 Gy bis 11,5 Gy betrug sie 4 Jahre und 4 Monate.


Zusammenhang Expositionsdauer und Katarakt- auslösende Bestrahlungsdosis[3]

Behandlungsdauer minimale kataraktogene Dosis (Gy) maximale nichtkataraktogene Dosis (Gy)
Einmalbestrahlung 2,0 2,0
3 Wochen bis 3 Monate 4,0 10,0
über 3 Monate 5,5 10,5


Literatur

  1. Cox JD, Ang KK. Radiation Oncology: Rationale, Technique, Results. 9. Aufl. Mosby; 2009.
  2. Fajardo LF, Berthrong M, Anderson RE. Radiation Pathology. Oxford Univ Pr; 2001.
  3. 3,0 3,1 Hall EJ, Giaccia AJ. Radiobiology for the Radiologist. Sixth. Lippincott Williams & Wilkins; 2005.
  4. Herrmann T, Baumann M, Dörr W. Klinische Strahlenbiologie: kurz und bündig. 4. Aufl. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 2006.