Wir befolgen die HONcode Prinzipien der Health On the Net Foundation verify here HONConduct958852_s2.gif .

Multiples Myelom

Aus PORT
Wechseln zu: Navigation, Suche

Übersicht

s. [1]

Beim Multiplem Myelom handelt es sich um eine maligne monoklonale Plasmazellerkrankung. Ihre Inzidenz liegt bei 3-4/100000 pro Jahr und betrifft 1% aller malignen Erkrankungen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen (1,4:1), Dunkelhäutige häufiger als Weiße. Das mittlere Erkrankungsalter liegt im siebten Lebensjahrzehnt. Man unterscheidet sie asymptomatischen (smoldering multiple myeloma, SMM) von den symtomatischen. Nur letztere sind behandlungspflichtig. Die Myelomzellen verdrängen die reguläre Blutbildung im Knochenmark (Folgen: Anämie, Infektionen), sezernieren osteoklastensezernierende Faktoren (Folgen: Frakturen, Osteoporose) und bilden das M- Protein (Folgen: Niereninsuffizienz, Neuropathien und Amyloidosen). Daraus resultieren die Symptome. Die häufigsten sind bei Erstdiagnose: Knochenschmerzen und Frakturen (65%), Anämie (48%), operationspflichtige Frakturen (10%) und schwere bakterielle Infektionen (5%). Fünfundzwanzig Prozent der Patientin sind allerdings zunächst symptomlos[2]

Diagnostik

s. [3] Die Diagnose beruht auf verschiedenen Parametern, wie

  • Plasmazellinfiltration des Knochenmarks
  • Serum-M-Protein
  • Osteolysen, Osteopenie
  • Anämie
  • Hyperkalziämie
  • Niereninsuffizenz
  • sekundärer Immunglobulinmangel
  • konventionelle Röntgenuntersuchungen des Stammskeletts, Schulterm, Oberarme und Oberschenkel. Falls unauffällig: MRT. Bei Bedarf CT.

Im fortgeschrittenen Stadium fällt die Diagnose leicht. Im frühen Stadium kann dagegegen die Unterscheidung zur Monoklonalen Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS, früher: benigne Gammopathie) schwierig, oder sogar unmöglich sein.

Histologie

Der morphologische Differenzierungsgrad korreliert mit der Prognose, die günstig beim reifzelligen und sehr ungünstig beim plasmoblastischen Myelom ist.[3]

Lokalisation

Verteilungsmuster und deren jeweilige Häufigkeit[3]

solitär
extramedullär - 4%
des Knochens - 3%
multifokal
mit mehreren Osteolysen - 10%
diffus/ systemisch
mit Osteoporose und mehrfachen Lysen - 80%
plasmablastisches Sarkom
3%

Ausbreitung

Stadieneinteilung

TNM 7. Auflage (gültig ab 2010)

T- Klassifikation
T1 <Text T1>
T1a <Text T1a>
T1b <Text T1b>
T2 <Text T2>
T2a <Text T2a>
T2b <Text T2b>
T3 <Text T3>
T4 <Text T4>
N- Status
N1 <Text N1>
N2 <Text N2>
N3 <Text N2>
M- Status
M1 Fernmetastasen
M1a <Text M1a>
M1b <Text M1b>

frühere und alternative Klassifikationen

Therapieprinzipien

Indikation RT

Zielvolumen

Dosis RT

Nebenwirkungen

Prognose

medianes Überleben abhängig vom ISS Stadium[3]
I : 62 Monate
II: 44 Monate
III: 29 Monate

Nachsorge

Literatur

  1. Hillengaß J., Goldschmidt H. Multiples Myelom. Epidemiologie und Stadieneinteilung. Der Onkologe. 2010;16(3):225–231.
  2. Straka C, Abedinpour F, Fischer N, Wacker A. Multiples Myelom. Der Onkologe. 2010;16(3):232–241.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Ludwig, H., Schmoll H.-J.: Multiples Myelom. In: Schmoll H-J, Höffken K, Possinger K. Kompendium Internistische Onkologie: Epidemiologie, Tumorbiologie, Zytostatika, Prinzipien der Tumortherapie, Supportive Maßnahmen. Therapiekonzepte ... und spezielle Therapiemodalitäten: 3 Bände. 4. völlig überarb. u. erw. A. Springer, Berlin; 2005.