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Trismus

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nach [1] sowie [2], sofern nicht anders angegeben.

Definition

Kieferklemme, eingeschränkte Mundöffnung

Ursache

Fibrosen an den Kiefergelenken und der periartikulären Muskulatur (v. a. M. pterygoideus med.) nach Radiatio, evt. OP und bei muskelinvasiven Tumoren. Klinisch manifest wird der Trismus meist 3 - 6 Monate nach Radiatio.

Schweregrade

entsprechend LENT/ SOMA Klassifikation[3]:

nach subjektiven Kriterien
I spürbar, aber nicht meßbar
II verhindert normales Essen
III Essen erschwert
IV unzureichende orale Nahrungsaufnahme


nach objektiven Kriterien
I n. a.
II Mundöffnung über 1 - 2 cm
III Mundöffnung 0,5 - 1 cm
IV Mundöffnung unter 0,5 cm


entsprechend Maßnahmen
I n. a.
II weiche Kost, Antibiotika
III flüssige Kost, Antibiotika, Muskelrelaxantien
IV PEG

Behandlung

In erster Linie ist die Prophylaxe schon ab Beginn der Bestrahlungen erfolgversprechend, wenn Kiefergelenke und Pterygoidmuskulatur mitbestrahlt werden. Geeignet ist z. B. die Übung nach Santos, vgl.[4]:

Anweisung zu Übungen, mit der eine Kieferklemme verhindert werden soll
Bitte führen Sie die folgenden Übungen jeden Tag der Strahlentherapie nach dem gleichen Schema durch und zwar immer nach den Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendessen).

  1. Öffnen Sie den Mund so weit, wie es geht. Zählen Sie mit geöffneten Mund bis 3. Schließen Sie den Mund. Führen Sie diese Übung bitte 5 mal durch.
  2. Bewegen Sie das Kinn so weit nach rechts, wie es geht. Zählen Sie in dieser Position bis 3. Kehren Sie mit dem Kinn wieder in die Normalstellung zurück. Führen Sie diese Übung bitte 5 mal durch.
  3. Bewegen Sie das Kinn so weit nach links, wie es geht. Zählen Sie in dieser Position bis 3. Kehren Sie mit dem Kinn wieder in die Normalstellung zurück. Führen Sie diese Übung bitte 5 mal durch.
  4. Schieben Sie das Kinn so weit nach vorne, wie es geht. Zählen Sie in dieser Position bis 3. Kehren Sie mit dem Kinn wieder in die Normalstellung zurück. Führen Sie diese Übung bitte 5 mal durch.
  5. Kauen Sie bitte anschließend 15 Minuten lang ein Kaugummi!


Sollte im Langzeitverlauf die Kieferklemme eintreten, sind Besserungen meist nur nach geduldigem Training und intensivierten Übungen zu erzielen. Die Rezidivgefahr bleibt dennoch hoch.

Literatur

  1. Vissink A, Burlage FR, Spijkervet FKL, Jansma J, Coppes RP. Prevention and treatment of the consequences of head and neck radiotherapy. Crit. Rev. Oral Biol. Med. 2003;14(3):213-225.
  2. Bornstein, M., Filippi, A., Buser, D.: Früh- und Spätfolgen im intraoralen Bereich nach Strahlentherapie. Schweiz. Monatsschr. Zahnmed. 111 (2001), 61-68.
  3. LENT SOMA tables. Radiother Oncol. 1995;35(1):17-60.
  4. Grandi G, Silva ML, Streit C, Wagner JCB. A mobilization regimen to prevent mandibular hypomobility in irradiated patients: an analysis and comparison of two techniques. Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2007;12(2): E105-109.